Der Mensch und sein Job
Heutzutage sind weniger beliebte Jobs leichter zu bekommen als die begehrten. Jobs fallen nicht vom Himmel oder vom Baum direkt in den Schoß arbeitswilliger Menschen. Es sind vielmehr die Betriebe und Wirtschaftstreibenden die Jobs zu vergeben haben.
Betrachtet man sich die alljährlichen Erntearbeiten näher, muss man erstaunlicherweise feststellen, dass es immer mehr Erntehelfer aus dem Ausland gibt, die statt einheimischer Arbeitskräfte diesen meist knochenharten Job machen. Die Spargelstecher aus Polen sind ein gutes Beispiel für Menschen, die auf Saisonarbeit sind und einen Verdienst in Deutschland oder Italien anstreben. In Österreich sind es die Erntehelfer im Burgenland, die bei der Gurkenernte helfen und ihren Lohn sehr schwer mit dieser Arbeit verdienen. Erdbeeren werden schon lieber geerntet von österreichischen Hilfskräften. Ist zwar die Arbeit auch keine Leichte, aber nicht so schwer und mühsam wie das Spargelstechen oder Gurkenernten.
Der Verdienst hält sich als Erntehelfer in engen Grenzen. Große Luftsprünge sind mit dem wenigen Geld nicht zu bewerkstelligen. Es reicht gerade für das Leben im Osten Europas, wo die Lebensbedingungen noch immer ein klein wenig günstiger sind als hier bei uns im reichen Westen.
Schlimm ist die Situation in den Vereinigten Staaten von Amerika. Dort strömen alljährlich Zehntausende Wanderarbeiter aus Mexiko nach Kalifornien zur Orangenernte. Wie in besten Zeiten kolonialer Landwirtschaft arbeiten riesige Heerscharen an Erntehelfern bei der Orangenernte. Die Löhne sind aus Sicht mexikanischer Arbeiter vielleicht moderat, aber für US-amerikanische Verhältnisse Hungerlöhne. Viele Mexikaner nutzen die Situation, um illegal in den Staaten zu bleiben. Sie tauchen unter und versuchen sich fortan in der Schwarzarbeit.
Alles ist besser als in Mexiko zu bleiben und einen geringen Lebensstandard halten zu müssen. So denken zumindest viele Mexikaner, auch wenn es seit einigen Jahren an der Grenze zur USA einen großen Überwachungsstreifen gibt, der kaum noch durchlässig scheint. Dennoch finden die Menschen immer wieder Mittel und Wege in die große vermeintliche Freiheit USA zu fliehen, um dort das große wirtschaftliche Glück zu suchen und endlich einen guten Job sein eigen nennen zu können.